Seit kurzem verfügt die NZZ (nach BaZ, TA und anderen) auch über eine eigene (Bezahl-)Applikation für das iPhone. Im Gegensatz zu den Gratis-Apps der Konkurrenz kostet die NZZ Online zwar Fr. 3.30 und somit etwas mehr als eine Druckausgabe. Sie darf aber immer noch als günstig gelten, schneidet in der Nutzerbewertung jedoch schlechter ab als die offenbar gemeinsam entwickelte App von BaZ, BZ und TA. Woran das liegt? Vermutlich an der wenig phantasievollen Oberfläche, die wie figura zeigt an der Spartenaufteilung der Druckausgabe klebt. Zudem werden die technischen Möglichkeiten der Plattform kaum genutzt. Die App geht wenig weiter als die mobile Version der NZZ website. Allerdings liegt sie erst in der Version 1.0 vor, wir dürfen also auf wesentliche Verbesserungen hoffen.
Meines Erachtens ist die App allerdings auch Symptom einer tiefgreifenden Malaise im Hause NZZ, was den Umgang mit den Herausforderungen der neuen Medien betrifft. Diese stellen bekanntlich das Geschäftsmodell der herkömmlichen Medien in zentralen Punkten in Frage. Der Königsweg, wie damit umzugehen wäre, ist unbekannt. Um ihn zu finden, sind jedoch mutige, konzeptionell ansetzende Experimente wohl unumgänglich, wie wir sie vor allem bei angelsächsischen Medien wie WSJ, FT, NYT, Economist etc sehen. Die Experimentierlust der NZZ hält sich demgegenüber aber bisher leider in engsten Grenzen, was uns wenig zuversichtlich stimmt.
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Donnerstag, 31. Dezember 2009
Dienstag, 29. September 2009
Chanel mit Klettverschlüssen
Nach einer Woche ist das neue Kleid der Alten Dame nun also eingetragen, und es gefällt in dem Sinne, dass es keinen besonderen Widerstand bietet. Die Ecken und Kanten und die ungewöhnliche visuelle Sprache der "alten" NZZ sind Vergangenheit, wir haben jetzt ein süffiges Mainstream Premium Produkt - wohl genauso wie es beabsichtigt war. Ein sicher nicht unwillkommener Nebeneffekt in der Gesamtrechnung der "luftigen" Gestaltung ist, dass die gleiche Nutzlast (i.e. Inserate) mit etwa einem Fünftel weniger redaktioneller Substanz getragen werden kann. Solange der Leser nichts merkt ...
Ein paar Kritikpunkte seien aber trotzdem angebracht, der schwerwiegendste zuerst: Ein rein digitales Bezahlabonnement à la WSJ oder Economist fehlt nach wie vor. Ich will kein Papier mehr bezahlen.
Alles andere ist eigentlich schon Nebensache: Die Beschränkung auf drei Bünde ist gut, auch wenn sich Sport und Zürich so nicht mehr mit einem einzigen Handgriff eliminieren lassen. Dafür ist die Handhabung des nach wie vor umständlichen Formats etwas erleichtert. Wozu der Kursteil im Stil eines Reuters-Terminals noch dienen soll, wäre rätselhaft, wäre da nicht die besagte Nutzlast, die kaum neben das Feuilleton passt...
Wie weit die Konvergenz der beiden national-deutschsprachigen Zeitungen schon fortgeschritten ist, wollen wir nach Begutachtung der anderen Zeitung für die Schweiz (ob und wie sich dieser neue claim auf die politische Positionierung der NZZ auswirken wird, bleibt abzuwarten) sehen, des heute in neuer Gestaltung erschienenen Tagesanzeigers.
Ein paar Kritikpunkte seien aber trotzdem angebracht, der schwerwiegendste zuerst: Ein rein digitales Bezahlabonnement à la WSJ oder Economist fehlt nach wie vor. Ich will kein Papier mehr bezahlen.
Alles andere ist eigentlich schon Nebensache: Die Beschränkung auf drei Bünde ist gut, auch wenn sich Sport und Zürich so nicht mehr mit einem einzigen Handgriff eliminieren lassen. Dafür ist die Handhabung des nach wie vor umständlichen Formats etwas erleichtert. Wozu der Kursteil im Stil eines Reuters-Terminals noch dienen soll, wäre rätselhaft, wäre da nicht die besagte Nutzlast, die kaum neben das Feuilleton passt...
Wie weit die Konvergenz der beiden national-deutschsprachigen Zeitungen schon fortgeschritten ist, wollen wir nach Begutachtung der anderen Zeitung für die Schweiz (ob und wie sich dieser neue claim auf die politische Positionierung der NZZ auswirken wird, bleibt abzuwarten) sehen, des heute in neuer Gestaltung erschienenen Tagesanzeigers.
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